Wasserverbrauch im Haushalt sinkt

Wasserverbrauch

Wasserverbrauch im Haushalt sinkt!

Wurden 1990 durchschnittlich noch 147 Liter pro Kopf/Tag verbraucht, so waren es 2010 nur noch 122 Litern pro Kopf. Im weltweiten Vergleich ist das bei weitem keine Spitzenposition. Aufgrund klimatischer Bedingungen und einem relativ ausgeprägten Umweltbewusstsein gehört Deutschland eher zu sparsameren Ländern. So liegt der Verbrauch etwa in Norwegen bei 260 Litern und in Spanien bei 270 Litern am Tag pro Person. Einzig Belgien ist mit 120 Litern im europäischen Vergleich sparsamer als wir.
Bei den Wasserkosten jedoch, die sich aus der Trinkwasserversorgungs- und Abwasserentsorgungs-Gebühren zusammensetzen, ist Deutschland Weltmeister. Nirgendwo ist Wasser teurer als bei uns.

Die Wasserwirtschaft sieht die Entwicklung des abnehmenden Verbrauchs in den Haushalten allerdings mit gemischten Gefühlen. Lauern doch hierin unvermutete Gefahren. Weniger Wasserverbrauch bedeutet einen erhöhten Wartungsaufwand, da der verringerte Durchfluss die Selbstreinigung der bestehenden Rohrleitungen verhindert. Trinkwasser verweilt länger in den Rohrnetzen und das Risiko der Keimbildung steigt. Im Abwasserbereich sind die Folgen noch deutlicher; es entstehen Ablagerungen, Gase und chemische Stoffe werden ausgebildet. Die Folge sind Geruchsbelästigungen und eine beschleunigte Korrosion der Rohrleitungen. Die anfallenden Kosten werden letztendlich durch Erhöhung der Wassergebühren gedeckt.

Die privaten Haushalte haben mit ca. 4 % des gesamten Wasserverbrauchs in Deutschland nur einen geringen Anteil am Gesamtbedarf. Der Hauptverbraucher ist die Industrie, allen voran die Kraftwerke. Rechnet man diesen industriellen Wasserverbrauch dem pro Kopf-Verbrauch hinzu, so ergibt sich ein „theoretischer“ Wasserverbrauch von 4.000 Litern pro Person am Tag.

Sorgen müssen wir uns um die Ressource Wasser indes nicht. Deutschland gehört zu den wasserreichen Ländern und nutzt nur einen geringen Anteil des natürlichen Wasservorkommens aus Oberflächen-, Grund- und Quellwasser. Allerdings wird jeder Liter Trinkwasser aufwändig aufbereitet und gefiltert – und das mit erheblichem Energieaufwand.

Letztendlich zählt für jeden Einzelnen, wie hoch die persönliche Wasserkosten-Abrechnung ist und an welcher Stelle man die Umwelt und seinen Geldbeutel schonen kann. Da hilft es mit Sicherheit zunächst einmal festzustellen, wofür das verbrauchte Wasser eigentlich eingesetzt wurde. Die Statistik zeigt, dass mehr als 60 % unseres privaten Wasserverbrauchs für Toilettenspülung, Baden und Duschen verwendet werden. Mittels Spar-Spültaste und verkürzter Duschzeiten lässt sich hier eine schnelle und effiziente Einsparung erzielen. Aber auch die Gartenbewässerung weist ein Sparpotential auf, da die Bewässerung aus dem eigenen Brunnen oder mit aufgefangenem Regenwasser, eine deutliche Reduzierung des Trinkwasserverbrauchs und damit der Gebühren ermöglicht.