Wasser ist nicht gleich Wasser

Wasser ist nicht gleich Wasser

Wer viel in Deutschland unterwegs ist, wird bereits festgestellt haben, dass sich die Wasserqualität regional stark unterscheidet. Während die eine Region besonders weiches Wasser besitzt, hat eine andere mit sehr hartem Wasser zu kämpfen. Das hat zur Folge, dass dieses nicht uneingeschränkt genutzt werden kann. Mit Hilfe einer Wasseranalyse lässt sich genau bestimmen, welche Qualität Ihr Grundwasser besitzt und welche Einsatzmöglichkeit dieses bietet:

ph-Wert:
Der pH-Wert gibt an, ob ein Wasser sauer, neutral oder alkalisch ist. Er wird hauptsächlich durch die im Wasser vorhandene Kohlensäure bestimmt. Auch bestimmte Salze können den pH-Wert leicht beeinflussen.

pH-Werte von Grundwässern:
Torf- und Moorböden: 5-9
Bundsandstein: 6-7
Muschelkalk: 7-7,3
Jura: 7,5

Für verzinkte Stahlrohre sollte der pH-Wert größer wie 7,5 sein, da das aggressive Wasser die Zinkschicht angreift. Für pH-Werte unter 7 bieten sich Kunststoffrohre an. Kupferrohre sollten ebenfalls erst ab einem Wert größer 7,5 eingesetzt werden.  

Gesamthärte (°dH):
Die Gesamthärte (°dH) gibt die Menge an Härtebildner (Calcium und Magnesiumionen) im Wasser an. Befinden sich im Trinkwasser sehr viele Calciumionen wird das Wasser als „hart“ bezeichnet. Die Maßzahl dafür ist der „deutsche Härtegrad“ (°dH). Die Calciumionen lösen sich vor allem dann im Wasser, wenn das Grundwasser kalkhaltige Gesteine durchfließt. Hartes Wasser beeinflusst auch die Waschwirkung von Waschmitteln.

Härtebereich 1 (weich, < 7° = < 1,3 mmol/l)
Härtebereich 2 (mittelhart, 7–14° = 1,3–2,5 mmol/l)
Härtebereich 3 (hart, 14–21° = 2,5–3,8 mmol/l)
Härtebereich 4 (sehr hart, > 21° = > 3,8 mmol/l)

Nitrat N03:
Nitrat (N03) ist in höherer Konzentration im Wasser unerwünscht, insbesondere, weil es sich bei sauerstoffarmen Wässern in das gesundheitlich bedenkliche Nitrit umwandelt. Bekannt ist die damit verbundene Blausucht bei Kleinkindern. Daher ist in der Trinkwasserverordnung ein Grenzwert von 50 mg/l festgelegt. Im natürlichen Grundwasser liegt der Nitratgehalt meist unter 20 mg/l. Ein höherer Gehalt wird vor allem durch die sekundäre Eintragung von Stickstoffverbindungen, z. B. durch Düngung und Abwassereinleitungen, verursacht.  

Eisen:
Eisen ist in den wassergefüllten Bodenschichten oft reichlich vorhanden, sodass das Grundwasser häufig einen mehr oder weniger großen Gehalt daran hat. Wenn das Wasser ausreichend mit Sauerstoff in Verbindung gebracht wird (z. B. durch Verdüsung oder Beregnung), wandelt sich das im Wasser gelöste farblose Eisen2+ in das braune wasserunlösliche Eisen3+ um. Dieses Eisen 3+ bildet unschöne Flecken auf Bewässerungsgegenständen. Eisenhaltiges Wasser hat ebenfalls einen unappetitlichen, leicht tintigen Geschmack. Durch Eisenschlammablagerungen und Ansiedeln von Eisenbakterien wird das Fördervermögen der Rohrleitungen stark vermindert. Wasser mit hohem Eisengehalt sollte aufbereitet werden.

Mangan:
Mangan ist seltener als Eisen und kommt gelegentlich in geringeren Mengen im Boden als schwarzer Schlamm (Braunstein) vor. Bei wechselndem Grundwasserstand geht der Braunstein durch die Einwirkung der Luft in wasserlösliche Verbindung über. Mangan ist in der im Wasser üblichen Menge nicht gesundheitsschädlich. Es hat aber ähnliche Folgeerscheinungen wie der Eisengehalt, trüb, unangenehmer Geschmack, Fleckenbildung, Schlammablagerung. Wasser mit einem größeren Gehalt an Mangan sollte aufbereitet werden.

 

Sollte eine zusätzliche Filterung Ihres Brunnenwassers erforderlich sein, wenden Sie sich bitte an an einen Brunnenbauer in Ihrer Nähe.