Wasserwerk in Kambodscha erzielt Energie- und Wassereinsparungen von 20 % und eine bessere Wasserversorgung

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Überblick

Die Ausgangssituation

In der kambodschanischen Provinz Takéo gab ein Wasserversorger sein Bestes, um die kleine Stadt Doun Kaev und die umliegenden 45 Dörfer mit etwa 44.000 Einwohnern mit Trinkwasser zu versorgen. Das 1995 gegründete Unternehmen Takéo Safe Water Supply verzeichnet seit Jahren ein stetiges Wachstum. Aktuell erstreckt sich sein Leitungsnetz über ca. 140 km.

Das Unternehmen pumpte Wasser aus dem See Roka Khnong und verteilte es nach der Aufbereitung mithilfe älterer Pumpen aus Italien und China im Netz. „Die Pumpen wurden nur mithilfe eines Druckmessgeräts überprüft“, erklärt Leiter Sok Por. „Das Bereitschaftsteam führte mit dem Messgerät Prüfungen und Messungen durch.“

Alles erfolgte manuell. Mithilfe des Druckmessgeräts und einer Zeittabelle des täglichen Wasserverbrauchs erhöhte oder verringerte das Team bei jeder Tagesschicht die Anzahl der Pumpen im Netz. „Wenn der Druck über 4 bar stieg, mussten wir die Leistung einer Pumpe reduzieren, um den Druck zu stabilisieren und Rohrbrüche zu verhindern. Das Bereitschaftsteam musste ihn regelmäßig prüfen.“

Trotz großer Bemühungen überschätzte das Team hin und wieder, wie viel Druck benötigt wurde, was zu Rohrschäden, Wasserverlusten und Energieverschwendung führte. Takéo Safe Water Supply hatte dadurch mit großen Wasserverlusten von etwa 26 %, hohen Kosten für den Austausch von Pumpenteilen und unzufriedenen Kunden in den am weitesten entfernen Dörfern zu kämpfen.

 

Dörfer ohne Wasser

Das Dorf Prek Pha-Aov beispielsweise liegt etwa 10 km von der Anlage entfernt. Früher floss hier nur wenige Stunden am Tag Wasser aus den Wasserhähnen, was die Bedingungen für Anwohner und Unternehmen gleichermaßen erschwerte.

„Früher, als es kein Wasser gab, war es sehr schwierig für mich“, sagt Nab Orn, eine Anwohnerin. „Ich wollte es benutzen, aber es gab keins. Überhaupt keins.“

Daher hat sie dafür bezahlt, dass Wasser zum Haus ihrer Familie geliefert wird, oder manchmal auch Wasser von anderen Dorfbewohnern gekauft. „Ich habe viel Geld für Wasser ausgegeben“, fährt sie fort.

 

Die Lösung

Gemeinsam mit Grundfos setzte das Team von Takéo Safe Water Supply eine bewährte Technologie – Demand Driven Distribution (DDD) – im Wasserwerk um. Dabei kam ein neues Finanzierungsmodell, ein sogenannter „leistungsbasierter Vertrag“, zum Einsatz.

Laut Aloysius Chan, Manager of Grundfos Water Utility für Südasien, führte Grundfos für die Umsetzung der DDD-Lösung zuerst ein Audit der Pumpenanlage von Takéo durch und erfasste wichtige Daten wie Druck, Durchfluss und Energieverbrauch. „Die Daten geben tatsächlich sehr präzise Aufschluss über die Höhe der Wasserverluste und des Energieverbrauchs – die beiden wichtigsten Parameter in Bezug auf Wasser- und Energieeinsparungen.

Grundfos installierte auf Grundlage der Audit-Ergebnisse ein DDD-System, einschließlich hocheffizienter Pumpen für die Wasserverteilung, Bedienfelder und Drucksensoren. Die Sensoren wurden an kritischen Punkten im Netz montiert. In diesem Fall wurde einer im Dorf Prek Pha-Aov eingesetzt. Er misst den Druck und Durchfluss in Abhängigkeit des Wasserverbrauchs vor Ort und sendet diese Informationen an das Bedienfeld im Wasserwerk. Mit der Zeit lernt das System, die Verbrauchsmuster des Dorfs stundenweise vorherzusagen. „Es passt den Druck der gesamten Anlage an oder schaltet Pumpen zum Ausgleich entsprechend ein oder aus“, so Aloysius Chan.

Die Mitarbeiter im Wasserwerk konnten zuerst kaum glauben, dass ihre Anlage tatsächlich automatisch läuft. Nach jahrelangem manuellen Anpassen und Herumprobieren war es zunächst schwierig, dem System zu vertrauen.

„Vor der Installation hatte ich Bedenken, dass das Wasserrohr brechen könnte“, erzählt Sok Por. „Ich konnte nicht glauben, dass die Pumpe die Leistung selbst reduziert, wenn sie nachts das Wasser mit hohem Druck fördert, aber weniger Kunden Wasser verbrauchen. Ich habe wirklich nicht viel erwartet. Aber es ist wunderbar und fördert Wasser je nach Bedarf. Es ist das genaue Gegenteil von dem, was ich erwartet habe.“

 

Leistungsbasierter Vertrag

Anstatt im Voraus die gesamten Anschaffungskosten für das DDD-System zu bezahlen, wird Takéo pro Jahr eine Rate zahlen, die auf den durch die Aufrüstung erreichten Einsparungen basiert. Wenn das System also X Euro über fünf Jahre an Energie- und Wasserkosten einsparen wird, verpflichtet sich Takéo, 50 % davon an Grundfos für die Ausrüstung zu zahlen. Den Rest behält es.

„Bei leistungsbasierten Verträgen müssen Betreiber von Wasserwerken nur sehr geringe Investitionskosten übernehmen, um hochmoderne Pumpen zu erhalten“, meint Aloysius Chan. „Außerdem können sie die Leistung mit Zahlen belegen.“ Das System erfasst in Echtzeit digitale Daten und ermöglicht so eine tägliche oder langfristige Überwachung. Dadurch kann festgestellt werden, ob an kritischen Punkten ein stabiler Druck aufrechterhalten wird und ob die Pumpen mit bestmöglicher Leistung laufen.

„Das Quantifizierbare, das Messbare fehlt bei Wasseraufbereitungsanlagen meistens. Aber mit dem System kann die Pumpenleistung quantifiziert und belegt werden“, erklärt Aloysius Chan. „Sie können den Durchfluss, den Energieverbrauch und sogar den Förderdruck nachweisen. Und sie können über einen längeren Zeitraum einen vollständigen Trend erkennen.“

 

Das Ergebnis

Die Dörfer um das Wasserwerk haben jetzt rund um die Uhr Wasser zur Verfügung. Die Einwohner müssen nicht mehr zusätzliches Wasser kaufen. Sie können ganz einfach den Wasserhahn aufdrehen.

„Da wir jetzt Wasser haben, ist es für meine Familie und mich leichter“, erklärt Nab Orn. „Wenn wir Wasser zum Kochen brauchen, ist die Beschaffung nicht mehr so schwierig. Wir können auch alles Mögliche rund um das Haus anpflanzen – sogar im Sommer. Und einige Dorfbewohner möchten Kuy Teav [Suppe] oder Kaffee verkaufen und dazu ein eigenes Geschäft eröffnen. Nun gibt es dafür genug Wasser.“

Das Wasserwerk konnte dank dem System in vielen Bereichen Einsparungen erzielen und eine neue Arbeitsweise etablieren.

Nach einem Jahr wurde Folgendes erreicht: Energieeinsparungen von 20 %, 13 % geringere Wasserverluste durch Leckagen und 29 % weniger Rohrbrüche.

„Ich bin mit dem installierten neuen System sehr zufrieden“, so Sok Por. „Zuerst haben wir Strom eingespart. Dann Rohstoffe – die chemischen Stoffe, die für die Aufbereitung notwendig sind. Und wir haben Wasserverluste reduziert. Wir stellen das Wasser auf Grundlage des Druckbedarfs auf Kundenseite bereit. Es fließt so, wie sie es brauchen. Es ist ganz anders als vorher.“

Darüber hinaus konnte das Wasserwerk laut Sok Por mithilfe des DDD-Systems „erheblich“ seine Mitarbeiterkosten reduzieren, da die Pumpen jetzt nicht mehr rund um die Uhr überwacht werden müssen.

Herr Sila, technischer Leiter des Wasserwerks, erläutert: „Wir haben zu einer neuen Technologie gewechselt, damit wir Gewinn erzielen können. Gewinn, den wir durch Strom, Chemikalien, Rohrbrüchen oder Leckagen verloren haben. Durch die Installation der neuen Technik haben wir viel gespart.“

Er fügt hinzu: „Wir konnten die Kosten für die Wasserproduktion erheblich senken und mehr Profit machen. Außerdem freuen sich unsere Kunden über die stabile Wasserversorgung.“

Betreff:

Bedarfsorientierte Wasserverteilung

Ort:

Provinz Takéo, Kambodscha

Firma:

Takéo Safe Water Supply Co.

Laut Herrn Sila, dem technischen Leiter des kambodschanischen Wasserwerks Takéo, spart das Unternehmen 20 % an Energie und 13 % an Wasserverlusten ein, seitdem es das System von Grundfos installiert hat. „Wir konnten die Kosten für die Wasserproduktion erheblich senken und mehr Profit machen“, sagt er.

 

Nab Orn, eine Einwohnerin von Prek Pha-Aov, berichtet, dass in ihrem Dorf früher nur wenige Stunden am Tag Wasser aus den Wasserhähnen floss. Sie musste daher zusätzliches Wasser kaufen und liefern lassen. „Ich habe viel Geld für Wasser ausgegeben.“
  

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Sok Por, Leiter des Wasserwerks, berichtet, dass er nicht glauben konnte, dass das neue Demand-Driven-Distribution-System von Grundfos selbst den Anlagendruck anpasst. „Aber es ist wunderbar und fördert Wasser je nach Bedarf. Es ist das genaue Gegenteil von dem, was ich erwartet habe“, erläutert er.
  

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Em Eang, der Leiter des Versorgungsnetzes bei Takéo Safe Water Supply, prüft den Fernsensor an einem der kritischen Punkte im Netz des Wasserwerks – im Dorf Prek Pha-Aov, 10 km von der Anlage entfernt. Der Sensor erfasst Daten zum täglichen Wasserverbrauch und sendet sie an die zentrale Steuerung, die automatisch das Lastprofil der Anlage anpasst.
 

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Die NKE-Pumpen von Grundfos bilden das Herzstück des Demand-Driven-Distribution-Systems von Takéo Safe Water Supply in Kambodscha.
  

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Karthik Balasubramaniam (links) prüft die Steuerung CU 354 – das Gehirn des DDD-Systems – zusammen mit Em Eang, dem Leiter des Versorgungsnetzes bei Takéo Safe Water Supply.

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