Gewerbe und Industrie

  • Was ist eine Leistungskennlinie und welche Bedeutung hat sie?
    Die Pumpeneingangsleistung ist der Leistungsbedarf der Pumpe unter den vorliegenden Betriebsbedingungen. Die Motornennleistung einschließlich des Betriebsfaktors muss gleich oder größer dem Leistungsbedarf der Pumpe sein. Ist der Leistungsbedarf der Pumpe höher als die Nennleistung des Motors, zieht der Motor einen höheren Strom als vorgesehen. Dies führt zu einer Überhitzung des Motors, so dass der Motor beschädigt werden kann.
  • Welche Aufgabe haben Bypassleitungen und wie sollten diese verlegt werden?
    Um eine ausreichende Kühlung und Schmierung der Pumpe jederzeit sicherzustellen, muss ein ausreichender Volumenstrom durch die Pumpe fließen. Bei einer unzureichenden Kühlung und Schmierung kommt es zu Überhitzung, Lagerverschleiß Reibung zwischen den Dichtflächen, Leckagen an der Wellendichtung und daraus resultierend zu vorzeitigen Pumpenstörungen oder –ausfällen. Deshalb ist eine Bypassleitung zu installieren, wenn die Gefahr besteht, dass die Pumpe nicht mit dem erforderlichen Mindestförderstroms betrieben werden kann.

    Die Bypassleitung ist vom Entlüftungsstutzen der Pumpe oder der Druckleitung entweder zurück zur Saugseite (wenn möglich) oder in einen Behälter zu führen, um eine ausreichende Kühlung durch das Fördermedium sicherzustellen. Bei der Rückführung muss das Fördermedium die Möglichkeit haben abzukühlen, bevor es wieder der Pumpe zugeführt wird, um eine Überhitzung der Pumpe zu vermeiden. Deshalb darf die Bypassleitung niemals direkt am Saugstutzen der Pumpe angeschlossen werden. Die Bypassleitung ist richtig ausgelegt, wenn die Anforderungen zum Mindestförderstrom erfüllt sind, die in der Betriebsanleitung, der jeweiligen Pumpe angegeben sind. Bei Volllast darf der durch das System und den Bypass fließende Volumenstrom den maximal von der Pumpe gelieferten Förderstrom nicht überschreiten.
  • Was ist zu tun, wenn beim Pumpenmotor der Volllaststrom überschritten wird?
    Es gibt mehrere Gründe, warum der zulässige Volllaststrom beim Betrieb einer Pumpe überschritten wird: Unterspannung, Stromasymmetrie bei Drehstrommotoren, der Motor hat einen Kurzschluss, falsche Verdrahtung oder fehlerhafte elektrische Verbindungen, Viskosität oder die Dichte des Fördermediums ist zu hoch oder die Pumpe ist verschlissen bzw. blockiert.

    Die Pumpe kann aber auch für die betreffende Anwendung unterdimensioniert sein und oberhalb ihres Nennförderstroms laufen. Versuchen Sie in diesem Fall, das Absperrventil auf der Druckseite etwas zu schließen, um den Volumenstrom zu drosseln, bis der Motorstrom innerhalb der zulässigen Grenzen liegt.
  • Was führt zu einer Überhitzung von Motoren?
    Aufgrund der modernen Konstruktion und Fertigungsverfahren werden die heutigen Motoren während des Betriebs häufig wärmer als früher. In der Praxis können die Oberflächentemperaturen einiger moderner Motoren bis zu 90 °C (194 °F) erreichen. Trotzdem ist die Lebensdauer dieser Motoren gleich oder sogar höher als die der alten Motoren. Hohe Oberflächentemperaturen müssen somit nicht zwangsläufig ein Anzeichen dafür sein, dass etwas nicht stimmt. Wird der Motor während des Betriebs jedoch unverhältnismäßig heiß, gibt es dafür mehrere Gründe:
    Elektrische Ursachen: Unter- oder Überspannung, unsymmetrischer Drehstrom, nachlassender Isolationswiderstand.
    Umwelteinflüsse: Hohe Umgebungstemperaturen, fehlende oder schlechte Lüftung, große Aufstellungehöhe (geringe Dichte der Luft).
    Mechanische Ursachen: Zu viele Schaltspiele, zu geringer oder zu hoher Förderstrom, hoher Rotationswiderstand bei beschädigter Pumpe, hohe Viskosität oder Dichte des Fördermediums, verstopfte oder blockierte Pumpe.
  • Können die Grundfos Industriepumpen ohne Wetterschutz sicher im Freien betrieben werden?
    Um die Lebensdauer der Pumpe und des Motors zu erhöhen, sollte immer ein Wetterschutz vorgesehen werden. Dies kann beispielsweise ein einfacher Regenschutz sein, um die Pumpe vor Regentropfen zu schützen, oder eine Wärmedämmung des Gehäuses mit Heizgerät, um die Pumpe vor Frosteinwirkungen zu schützen.
  • Die Überlastschalter am Motorstarter oder Sicherungen haben ausgelöst. Was kann die Ursache sein?
    Es gibt mehrere Gründe, warum die Überlastschalter oder die Sicherungen auslösen: Unterspannung, falsch ausgelegte Überlastschalter oder Sicherungen, zu niedrig eingestellter Motorschutzschalter, unsymmetrischer Drehstrom, Kurzschluss am Motor, falsche Verdrahtung oder fehlerhafte elektrische Verbindungen, Pumpe ist verschlissen oder blockiert, Kondensator bei einphasigen Motoren defekt, der Motorschutzschalter ist einer höheren Umgebungstemperatur ausgesetzt als der Motor.

    Die Pumpe kann aber auch für die betreffende Anwendung unterdimensioniert sein und oberhalb ihres Nennförderstroms laufen. Versuchen Sie in diesem Fall das Absperrventil auf der Druckseite etwas zu schließen, um den Volumenstrom zu drosseln, bis der Motorstrom innerhalb der zulässigen Grenzen liegt.
  • Welchen Einfluss haben die Dichte und Viskosität eines Mediums auf die Pumpenleistung?
    Die Kennlinien in der Grundfosdokumentation sind, wenn nicht anders angegeben,  für die Dichte und Viskosität von Wasser mit einer Temperatur von 20 °C (spezifisches Gewicht = 1 und Viskosität = 1) angegeben. Die Pumpenleistung muss eventuell angepasst werden, wenn die Dichte und die Viskosität des Fördermediums von der Dichte und Viskosität von Wasser mit einer Temperatur von 20 °C (spezifisches Gewicht = 1 und Viskosität = 1) abweicht. Zur Berechnung der Pumpe kann das entsprechende Medium in der Spezifikation im Auslegungsprogramm Grundfos WebCAPS eingestellt werden.
  • Welche Gleitringdichtung ist für die vorliegende Anwendung geeignet?
    Die Grundfos Industriepumpen können mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Gleitringdichtungen ausgerüstet werden. Standardmäßig wird eine Gleitringdichtung eingebaut, die für typische Wasseranwendungen und zur Förderung bestimmter Chemikalien bestens geeignet ist. Einige Sonderanwendungen erfordern jedoch andere Werkstoffe für die Dichtflächen oder die O-Ringe bzw. Faltenbalge als bei der Standard-Gleitringdichtung. Grundfos bietet deshalb eine Vielzahl von Gleitringdichtungen mit unterschiedlichen Werkstoffpaarungen für die Gleitflächen an.

    Die Auswahl der Gleitringdichtung erfolgt auf der Grundlage verschiedener Faktoren, wie z.B. Druck, Temperatur, chemische Verträglichkeit, Vorhandensein von abrasiven Bestandteilen und die Viskosität des Fördermediums. Wenn Sie Unterstützung bei der Auswahl der richtigen Gleitringdichtung für eine spezielle Anwendung benötigen, wenden Sie sich bitte an Ihren nächsten Grundfos Händler für Industriepumpen.
  • Kann die Pumpe über einen Frequenzumrichter betrieben werden?
    Grundfos bietet zahlreiche drehzahlgeregelte Pumpen an, die als ”E-Pumpen” bezeichnet werden und mit Grundfos MGE-Motoren mit integriertem Frequenzumrichter ausgerüstet sind. Im Gegensatz zu Pumpenlösungen mit externen Frequenzumrichtern sind die Herstellungskosten und der Materialeinsatz geringer. Zudem werden technische Probleme, die in Verbindung mit externen Frequenzumrichtern auftreten können, vermieden.

    Zusätzlich bieten MGE-Motoren zahlreiche weitere Eigenschaften und Vorteile. Sollte für eine bestimmte Anwendung keine E-Pumpe zur Verfügung stehen, können in der Regel die von Grundfos angebotenen dreiphasigen Industriemotoren über einen externen Frequenzumrichter betrieben werden. Im Einzelfall sind die technischen Angaben der Betriebsanleitung und das Datenheft heranzuziehen.




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